sourcing in der mode
Sourcing bezeichnet die gezielte Beschaffung von Materialien, Zutaten, Komponenten und Produktionsleistungen, die für die Entwicklung und Herstellung einer Kollektion benötigt werden. Im Fashion Business geht es dabei nicht allein darum, einen möglichst günstigen Anbieter zu finden. Qualität, Verfügbarkeit, Mindestmengen, Lieferzeiten, Preise, Produktionsstandorte und Nachhaltigkeitsanforderungen müssen miteinander in Einklang gebracht werden.
Was gehört zum Sourcing?
Sourcing beginnt bereits bei der Produktentwicklung. Je nach Produkt werden Stoffe, Garne, Zutaten, Accessoires, Verpackungen und weitere Komponenten benötigt. Hinzu kommen geeignete Lieferanten und Produktionspartner, die den jeweiligen Anforderungen entsprechen.
Dabei stellt sich die Frage, welche Materialien und Komponenten benötigt werden, wo diese bezogen werden können und welche Anbieter für das jeweilige Produkt und Geschäftsmodell geeignet sind.
Lieferanten und Produktionspartner finden
Die Auswahl geeigneter Lieferanten ist eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Kollektion. Neben Preis und Qualität spielen auch Mindestmengen, Lieferzeiten, Verfügbarkeit, Kommunikation und Zuverlässigkeit eine entscheidende Rolle.
Gerade für junge Labels und kleinere Unternehmen kann die Suche nach passenden Lieferanten eine besondere Herausforderung darstellen. Viele Anbieter arbeiten mit Mindestbestellmengen oder haben Anforderungen, die für kleine Produktionsvolumen nicht immer geeignet sind.
Materialien und Qualität
Die Wahl eines Materials beeinflusst nicht nur die Optik und Haptik eines Produkts, sondern auch dessen Verarbeitung, Qualität, Pflegeeigenschaften und Kosten. Deshalb sollte die Materialauswahl immer im Zusammenhang mit dem geplanten Produkt und dessen Positionierung betrachtet werden.
Auch die Verfügbarkeit von Materialien kann die Produktentwicklung und Produktionsplanung beeinflussen. Insbesondere bei kleineren Mengen oder besonderen Materialien ist eine frühzeitige Recherche wichtig.
Preise, Mindestmengen und Wirtschaftlichkeit
Ein günstiger Einkaufspreis bedeutet nicht automatisch eine wirtschaftliche Beschaffung. Mindestmengen, Transportkosten, Zahlungsbedingungen, Ausschuss, Lagerhaltung und weitere Kosten können die tatsächlichen Beschaffungskosten erheblich beeinflussen.
Gerade bei kleinen Kollektionen müssen deshalb Einkauf, Produktionsmenge, Kalkulation und späterer Verkaufspreis zusammen betrachtet werden.
Nationales und internationales Sourcing
Je nach Produkt und Geschäftsmodell kann es sinnvoll sein, Materialien und Produktionsleistungen regional, innerhalb Europas oder international zu beziehen. Unterschiedliche Beschaffungsmärkte bringen jeweils eigene Voraussetzungen und Herausforderungen mit sich.
Neben Kosten und Produktionsmöglichkeiten spielen dabei unter anderem Lieferzeiten, Kommunikation, Qualitätsanforderungen, rechtliche Rahmenbedingungen und die Transparenz der Lieferkette eine Rolle.
Nachhaltigkeit und Transparenz
Nachhaltiges Sourcing bedeutet mehr als die Auswahl eines als nachhaltig bezeichneten Materials. Auch Herkunft, Produktionsbedingungen, Transportwege, Zertifizierungen, Mengen und die langfristige Verfügbarkeit von Materialien können relevant sein.
Für Fashion Unternehmen wird deshalb zunehmend wichtig, nachvollziehen zu können, woher Materialien und Produkte stammen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden.
Sourcing als Teil der Produkt- und Unternehmensstrategie
Sourcing sollte nicht isoliert vom Design oder von der Produktion betrachtet werden. Materialauswahl, Lieferanten, Produktionsmengen, Qualität, Kalkulation und Verkaufspreise stehen in engem Zusammenhang.
Welche Beschaffungsstrategie sinnvoll ist, hängt deshalb immer von der jeweiligen Kollektion, dem Geschäftsmodell, den geplanten Mengen und den wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Labels ab.
Die passenden Lieferanten und Beschaffungswege zu finden, ist daher eine individuelle strategische Aufgabe. Im Coaching können wir gemeinsam analysieren, welche Anforderungen für dein Produkt und dein Unternehmen bestehen und welche Sourcing-Strategie dazu passt.
Die Dimension Sortimentsbreite beschreibt die Menge an unterschiedlichen angebotenen Warengruppen. Ein Unternehmen, das Kinder,- Damen,- Herrenbekleidung und Heimtextilien anbietet, hat ein breites Sortiment.
