Sample

SAMPLING

im Produktionsprozess​

In der Modebranche gibt es bis zu sieben unterschiedlichen Samples‑Versionen, die sich nach Phase und Zweck im Produktentwicklungsprozess unterscheiden. Viele Unternehmen verkürzen diesen Sampling‑Prozess. Es hängt stark von der Unternehmensgröße und dem Budget ab. Hier sind die sieben Sample‑Arten …

  1. Proto Sample (Prototyp-Muster):
    Proto Samples sind Prototypen eines neuen Designs, die von Designern entwickelt werden. Sie stellen das erste Muster in der Produktentwicklungsphase dar. Das Proto Sample dient dazu, das Design eines Styles oder einer Linie zu kommunizieren bzw. den Aufbau und die Konstruktion des Kleidungsstücks darzustellen. Passform und Stoffdetails werden in dieser Phase noch nicht berücksichtigt.

 

  1. Fit Sample (Passformmuster):
    Nach der Freigabe des Proto Samples wird das Fit Sample mit den tatsächlichen Maßen erstellt. Anpassungen am Schnitt werden vorgenommen, um die gewünschte Passform zu erreichen. Die Passform ist einer der wichtigsten Faktoren in der Musterentwicklung. Das Fit Sample wird an einem Live-Model oder einer Schneiderpuppe getestet, um Sitz und Fall des Kleidungsstücks zu überprüfen.

 

  1. Salesman Sample (Verkaufsmuster / SMS):
    Salesman Samples werden zur Präsentation im Showroom hergestellt. Sie dienen dazu, Kundenfeedback zu evaluieren, auf dessen Basis Einkäufer die Nachfrage für einen bestimmten Style prognostizieren. Diese Muster werden mit Originalstoff, Zutaten (Trims) und Accessoires gefertigt. Der Auftraggeber/Designer übernimmt die Kosten für die Salesman Samples.

 

  1. Size Set Sample (Größensatz-Muster):
    Der Zweck des Size Sets ist die Überprüfung der Passform in verschiedenen Größen. In dieser Phase fertigt die Fabrik Muster in mehreren Größen an. Üblicherweise verlangen Auftraggeber Größensätze in Sprunggrößen, z. B. S, L, XXL. Der Auftraggeber prüft die Muster und gibt Feedback, falls Korrekturen erforderlich sind.

 

  1. Pre-Production Sample (PP Sample / Vorproduktionsmuster):
    Alle zuvor genannten Muster werden in der Musterabteilung gefertigt. Das Pre-Production Sample soll jedoch auf der tatsächlichen Produktionslinie hergestellt werden, damit die Näher:innen wissen, wie das Produkt später produziert wird. Das PP Sample wird mit Originalmaterialien, Trims und Accessoires gefertigt. Es muss je nach Unternehmens-Organisationsstruktur vom Qualitätsmanagement oder einer anderen (technischen) Instanz freigegeben werden, bevor die Serienproduktion startet.

 

  1. Top of Production Sample (TOP Sample):
    Sobald die Produktion läuft, werden einige Teile während der laufenden Produktion entnommen und als TOP Samples an den Auftragsgeber geschickt. Nicht alle Auftragsgeber verlangen TOP Samples. Ziel ist es zu überprüfen, ob die Fabrik die Spezifikationen des PP Samples korrekt einhält.

 

  1. Shipment Sample (Versandmuster):
    Wenn der Style fertiggestellt, verpackt und versandbereit ist, werden 2–3 vollständig verpackte Teile inklusive aller Verpackungsdetails als Referenz zurückbehalten. Diese Versandmuster werden sowohl vom Hersteller als auch vom beim Auftragsgeber aufbewahrt. Da die freigegebene Ware direkt ins Lager geht und nicht mehr entnommen wird, dienen die Shipment Samples als Referenz für spätere Reklamationen oder Nachfragen.

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